“Schon wieder eine 4 in Deutsch …” erzählte Anna-Lisa, 10 Jahre, hochbegabt, die Mutter seufzte. “Was machen wir nun – Gymnasium oder Realschule?” fragte sie. Nach einem IQ-Test vor zwei Jahren war klar, dass Anna-Lisa zur Gruppe der hochbegabten Kinder gehört. Jetzt in der 4. Klasse zeigte sie aber nur selten gute Leistungen, so dass die Gymnasialempfehlung sehr fraglich ist. Die Mutter beschloss zu handeln, rief mich an und fragte nach Rat.
Die Klassenlehrerin hatte im letzten Gespräch zur Mutter gesagt, dass Anna-Lisa zwar clever sei, über einen großen Wortschatz verfüge, ein gutes Sprachverständnis habe und sehr kreativ sei. Angesichts ihrer derzeitigen Leistungen empfahl sie aber: „Überfordern Sie Ihr Kind nicht, der Besuch der Realschule ist vermutlich der bessere Weg“.
Hochbegabt zu sein bedeutet nicht automatisch, dass jedes Kind in der Schule nur hervorragende Leistungen zeigt. Dies kenne ich aus meiner Tätigkeit als Lehrerin und aus vielen Gesprächen mit Eltern. Häufig sind für clevere Kids die Aufgaben zu leicht und stellen keine Herausforderung dar, für die es lohnt sich anzustrengen. Hausaufgaben zu erledigen dauert oft Stunden und ist eine sehr anstrengende Prozedur für Kind und Eltern. Immer wieder kommt es zur Leistungsverweigerung, weil das Kind unterfordert ist und keinen Sinn in unzähligen Wiederholungen des längst verstandenen Lernstoffs sieht.
Als Diplom-Kauffrau hatte ich jahrelang mit Systementwicklung zu tun. Als Lehrerin beschäftigt mich vor allem die Thematik, wie Wissensvermittlung und Kompetenzentwicklung so ablaufen können, dass die Schülerinnen und Schüler Spaß am Lernen haben, herausgefordert werden und erfolgreich Leistungen zeigen können. Das Studium von Psychologie und Sozialrecht als Grundlage für den Master in Counselling lässt mich Möglichkeiten finden, wie ich die Kinder und Jugendlichen emotional und kognitiv erreichen und zu Höchstleistungen bringen kann.
Viele Kinder können schon vor Schuleintritt lesen und rechnen, sind in der Grundschule unterfordert und langweilen sich im Unterricht. Um nicht dauerhaft die Lernmotivation zu reduzieren und Kinder in ihrer Entwicklung zu fördern, ist es gut zu wissen, wie die positive Entwicklung des Kindes gefördert werden kann.
Wie sah nun die Problemlösung bei Anna-Lisa aus? Zunächst telefonierten die Mutter und ich miteinander. Dann sprach ich mit Anna-Lisa, um sie kennen zu lernen: “erzähl doch mal: was machst Du total gerne?” Sie zeigte mir ihr Geschichtenbuch, berichtete vom Kunstunterricht und dass die Lehrerin sie so schlecht behandelt hätte. Das war direkt vor der Deutsch-Arbeit, sie musste immer noch daran denken und konnte gar nicht richtig zuhören beim Diktat, daher die Note 4 in der letzten Klassenarbeit.
- ihre Begabungen,
- das, was ihr Spaß macht,
- die Themen, die sie interessieren,
- das, was die anderen aus der Klasse in ihr sehen,
- die Erlebnisse, die sie in Erzählungen und Bildern verarbeitet.
Schließlich schrieb sie auf, was ihr bewusst geworden war.
Außerdem
- wurde das vorhandene Testergebnis, die letzten Zeugnisse und Klassenarbeiten von mir analysiert. Daraus entwickelten wir gemeinsam Handlungsalternativen.
- Mit der Klassenlehrerin wurde vereinbart, dass Anna-Lisa zu einem bestimmten Thema ein Referat halten durfte, zu dem sie ein selbst gestaltetes Plakat entwarf.
- Anna-Lisa war hochmotiviert und lieferte ein super Ergebnis ab, konnte die anderen Kinder als interessierte Zuhörer für sich gewinnen und erstaunte die Klassenlehrerin.
- Diese Leistung wurde bei der Beurteilung herangezogen, ob nun Gymnasium oder Realschule das Richtige wäre.
- Der Erfolg motivierte Anna-Lisa auch bei den nächsten Klassenarbeiten zu zeigen, was sie kann,
- so dass der Gymnasialempfehlung nichts mehr im Wege stand.
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