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Hochbegabte Kinder und Jugendliche

Einige Auffälligkeiten und Verhaltensweisen werden immer wieder genannt in der Beschreibung von hochbegabten Kindern und Jugendlichen. Bestimmte Probleme und Schwierigkeiten sind typisch für sie. Wo liegen die Ursachen, welche Alternativen und Lösungen sind möglich?

Aus vielen, vielen Beratungsgesprächen mit Eltern, ErzieherInnen, LehrerInnen und anderen Bezugspersonen sind Laura, Leon, Juliana, Jonas, Nadja und Felix als Beispiele aufgeführt.

Laura (4) liest - Einschulung jetzt schon?

Laura

Laura (4 Jahre) kann lesen. Sie besucht den Kindergarten, wird von der Erzieherin als ein aufgewecktes, fröhliches und in die Gruppe gut integriertes Mädchen beschrieben. Die Mutter überlegt: wann ist der richtige Zeitpunkt für die Einschulung?

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Laura (4 Jahre) liest im Kindergarten öfters vor, spielt gerne mit Anna (5), Leonie (6) oder Paul (5). Die Erzieherin beschreibt sie als ein aufgewecktes, fröhliches und in die Gruppe gut integriertes Mädchen. Häufig übernimmt sie bei Aktionen in der Gruppe die Führungsrolle.

Im Beratungsgespräch erzählt die Mutter, dass Laura

  • mit 3 Jahren alle Buchstaben des Alphabets kannte
  • seit ein paar Monaten ihre verschiedenen Bilderbücher durchsieht und die Wörter und Sätze laut vorliest
  • schon mehrmals gefragt hat, wann sie nun in die Schule gehen kann, um endlich etwas Richtiges zu lernen.

Folgende Alternativen sind möglich

  • reguläre Einschulung mit 6 Jahren
  • ein Antrag auf vorzeitige Einschulung bei der Schulleitung der örtlichen Grundschule, die Aufnahme kann vom Ergebnis einer zusätzlichen schulpsychologischen Überprüfung der geistigen und seelischen Entwicklung abhängig gemacht werden
  • Einschulung in die 2. Klasse zum regulären Einschulungstermin.

Beratungsaufwand

  • telefonische Beratung an 2 Terminen für 1,5 Zeitstunden

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Leon (7) - langweilt sich so im Unterricht

Leon

Leon (7 Jahre) besucht die 1. Klasse. Seine Lehrerin bittet die Eltern zum Gespräch. Sie beschwert sich, dass er so oft den Clown spielt, Hausaufgaben nicht macht und unkonzentriert ist. Sie empfiehlt den Eltern, einen Test auf Hochbegabung durchführen zu lassen.

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Leon (7 Jahre) besucht die 1. Klasse der örtlichen Grundschule. Seine Lehrerin bittet die Eltern zum Gespräch und beschwert sich in diesem über sein undiszipliniertes Verhalten im Unterricht, die vielen unerledigten Hausaufgaben und seine Unkonzentriertheit. Gleichzeitig erwähnt sie, dass er schon das kleine Einmaleins rechnen könne und häufig seinen Nachbarn die Lösungen der Rechenaufgaben vorsagen bzw. erklären würde. Sie empfiehlt den Eltern, einen Test auf Hochbegabung durchführen zu lassen.

Im Beratungsgespräch erzählt die Mutter, dass Leon

  • schon mit 3 Jahren die Zahlen bis 100 kannte
  • mit 4 Jahren multiplizieren konnte
  • kurz vor der Einschulung mit 6 Jahren lesen konnte
  • grundsätzlich sich über Langeweile in den Schulstunden beschwert
  • jetzt öfters 2 Stunden für die Hausaufgaben braucht.

Beratungsaufwand:

  • telefonische Beratung (40 Minuten) zur Klärung des Auftrags bzw. ersten Informationen
  • Durchführung eines Intelligenztests mit Leon (ca. 90 – 120 Minuten)
  • Erstellung des Gutachtens
  • Auswertung und Besprechung des Ergebnisses in einem persönlichen Gespräch (ca. 60 – 90 Minuten)

Im Auswertungsgespräch werden verschiedenen Möglichkeiten besprochen

  • es wird ein Antrag gestellt, dass Leon in die nächsthöhere Klasse springen kann
  • es wird mit der Klassenlehrerin besprochen, inwieweit sie Leon andere Aufgaben geben kann, die ihn mehr herausfordern
  • es wird überlegt, ob ein Schulwechsel in Frage käme.

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Juliana (9) – hochbegabt mit Realschulempfehlung

Juliana

Juliana (9 Jahre) besucht die 4. Klasse, fehlt häufig wegen Krankheit, spielt gerne Geige. Der Geigenunterricht ist zurzeit fast der einzige Termin, zu dem sie regelmäßig 1x die Woche geht.   Wegen ihrer Noten in Deutsch empfiehlt die Klassenlehrerin, sie nicht auf das Gymnasium zu schicken. 

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Juliana (9 Jahre) besucht die 4. Klasse einer Grundschule. Sie hat eine Freundin in der Klasse, fehlt jedoch häufig wegen Krankheit. Seit zwei Jahren spielt sie Geige, dieser Unterricht ist zurzeit fast der einzige Termin, zu dem sie regelmäßig und gerne geht.  

Julinana wurde vor den Sommerferien nach Empfehlung der Klassenlehrerin getestet. Hintergrund waren die vielen Rechtschreibfehler in den Diktaten. Dabei wurde auch ein Intelligenztest durchgeführt und Juliana nach dem Ergebnis als hochbegabt eingestuft. Eine Lese-Rechtschreibschwäche wurde nicht festgestellt.

Die Mutter macht sich Sorgen, wie es nun weitergehen soll, da Juliana in den letzten Klassenarbeiten in Deutsch eine 3 bzw. 4 geschrieben hat. Die Klassenlehrerin empfiehlt, sie nicht auf das Gymnasium zu schicken.

Schwerpunkte der Beratungsgespräche

  • Juliana erzählt, dass sie in den Klassenarbeiten extra Fehler eingebaut hat, um von den anderen Mädchen nicht als "Streberin" bezeichnet zu werden
  • es werden die Vor- und Nachteile der verschiedenen weiterführenden Schulen besprochen
  • Juliana trainiert, wie sie in Konfliktsituationen in der Klasse anders reagieren kann

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Jonas (12) sehr clever - wird nicht versetzt?

Xavier

Jonas (12 Jahre) besucht die 7. Klasse eines Gymnasiums. Im Halbjahreszeugnis hatte er in den Fächern Englisch und Französisch die Note 5, in Deutsch die Note 4. Eine 2 in Mathematik reicht nicht aus zum Ausgleich. Zum Abschluss des Schuljahres könnte im Zeugnis stehen „nicht versetzt“.

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Jonas (12 Jahre) besucht die 7. Klasse eines Gymnasiums. Im Halbjahreszeugnis hatte er in den Fächern Englisch und Französisch die Note 5, in Deutsch die Note 4. Eine 2 in Mathematik reicht nicht aus zum Ausgleich. Zum Abschluss des Schuljahres könnte im Zeugnis stehen „nicht versetzt“.

Die Eltern fragen: „Wie kann das sein? Unser Sohn ist als hochbegabt getestet und hatte nie Probleme in der Schule den Stoff zu verstehen“.

Ein hochbegabtes Kind, das in der weiterführenden Schule schlechte Noten hat – dieses Problem tritt sehr häufig auf.  Weil das Lernen nicht gelernt wurde.  In der Grundschule auch nicht nötig war. 

Beratungsschwerpunkte

  • Gespräch mit den Eltern zur Klärung des Auftrags
  • Gespräch mit Jonas zur Ermittlung seiner Wünsche und Motivation
  • Individuelles Coaching von Jonas zur Förderung seiner Lerntechnik
  • Gruppencoaching (4er Gruppe) wenn möglich zur Interaktion mit anderen Kindern/Jugendlichen
  • wenn gewünscht Unterstützung im Gespräch mit den FachlehrerInnen
  • Abschlussgespräch

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Natalie, 16, Felix, 17, machen Abitur – und dann?

Nathalie & Felix

Natalie (16 Jahre) ist in Stufe 12 eines Gymnasiums und hat als Leistungskurse Englisch und Mathematik gewählt. In ihrer Freizeit spielt sie Tennis und gibt Nachhilfeunterricht in Mathe und Physik.

Felix (17 Jahre) ist mit seinen Leistungskursen Geschichte und Biologie und den Noten sehr zufrieden. Er weiß zwar schon, dass er nach dem Abitur ein freiwilliges soziales Jahr machen wird. Aber was danach kommt, ist noch weitgehend offen.

Details

Natalie und Felix haben an Studieninformationstagen teilgenommen. Aber wo ihre Neigungen und Fähigkeiten liegen, ist ihnen bisher nur vage bekannt. Mathematik oder Politik studieren? Einen Ausbildungsplatz suchen - aber welchen? Welcher Beruf würde ihnen am meisten Spaß machen?

Lösungsvorschlag

  • Teilnahme an einer Gruppenveranstaltung, um Neigungen und Fähigkeiten zu ermitteln
  • Ausfüllen verschiedener Testmodule zu Persönlichkeit und Begabungen
  • Intensive Einzelgespräch unter Berücksichtigung der Ergebnisse anhand der Auswertungen

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